Rennbericht HYROX Frankfurt 2025 – oder: Wie man sich freiwillig komplett zerlegt

Veröffentlicht am 15. Dezember 2025 um 22:53

13.12., Frankfurt.
HYROX Nummer 6 für mich – aber Premiere als Einzelstarter.
Irgendwo zwischen „Geil, endlich Solo!“ und „Was zur Hölle habe ich mir dabei gedacht?“ pendelte meine Gefühlslage. Respekt hatte ich vor allem vor drei Dingen:
Burpee Broad Jumps, Sandbag Lunges und Wall Balls.
Auch bekannt als: Die drei Reiter der Apokalypse.

Startzeit: 11:00 Uhr – perfekte Zeit. Nicht mitten in der Nacht, nicht kurz vor Feierabend. Luxus! Also erstmal entspannt 15 Minuten aufwärmen. Um mich herum: durchtrainierte Maschinen, wandelnde Muskelpakete, Instagram-Modelle mit Lunge aus Titan.
Ich dachte mir nur: Okay Jungs, Kraft könnt ihr haben – aber beim Laufen sehen wir uns wieder. 😏

Kurz vor dem Start noch schnell die letzten überschüssigen Flüssigkeiten loswerden (HYROX-Ritual Nr. 1) und dann ging’s los.

1000 m Laufen – Locker bleiben!

Mit etwa 40 anderen Startern ab auf die erste Laufstrecke. Nicht überpacen, ruhig bleiben, das Ding ist lang. Lief gut. Zu gut? Egal.

SkiErg – 1000 m

Rein in die Halle, ab auf den SkiErg. Mein Fanclub direkt vor mir, laut, motivierend – plötzlich waren die 1000 m auch schon vorbei. So darf das gerne weitergehen!

1000 m Laufen

Zurück auf die Strecke. Läuft weiterhin. Ich fühle mich gut. Verdächtig gut.

Sled Push – aka „Warum bewegt sich dieses Ding nicht?“

Ab zum Schlitten. Und irgendwie… gleitet der nicht. Zumindest fühlt es sich so an. Jede Bahn mit Mini-Pause, während die Zeit gnadenlos weiterläuft. Egal, weitermachen.

1000 m Laufen

Okay, Erholung. Brauch ich jetzt auch.

Sled Pull – „Es wird nicht besser“

Der nächste Schlitten. Und ja: noch schlimmer. Meine Arme melden sich langsam ab. Im Kopf taucht der Gedanke auf: Das wird heute kein Spaziergang.

1000 m Laufen

Dann kam er: Endgegner Nummer 1 – Burpee Broad Jumps.
Langsam. Sehr langsam.
Ein Burpee, ein Sprung, wieder ein Burpee. Meter mache ich ganz okay, aber Flow? Fehlanzeige. Wir werden einfach keine Freunde.

Zum Glück danach wieder: 1000 m Laufen – aktives Durchatmen.

Rudern – 1000 m

Das lief wieder ganz ordentlich. Mehr als die Hälfte geschafft! Aber leider weiß ich: Das Schlimmste kommt noch.

Farmers Carry – „Warum sind 24 kg so schwer?“

Zwei 24-kg-Kettlebells, 200 m tragen.
Spoiler: Es lief beschissen.
Mehrfach absetzen, Hände tot, Unterarme explodiert. Das war definitiv nicht nach Plan. Und dann dämmert es mir:
Cool, jetzt kommen noch zwei Übungen, die komplett auf die Oberschenkel gehen.
Danke dafür.

1000 m Laufen

Locker anlaufen. Blick auf die Uhr: 1:03 h.
Okay… 1:30 h könnte noch drin sein.

Sandbag Lunges – Endgegner Nummer 2

Langsam. Schritt für Schritt.
Stehen. Atmen.
Weiter.
Die Oberschenkel brennen lichterloh. Aber irgendwann ist auch das vorbei.

Letzte 1000 m Laufen

Jetzt nur noch laufen. Nur noch ein Workout. Nur noch Wall Balls.

Wall Balls – Endgegner Nummer 3 (Final Boss)

Erstmal 20 Stück – läuft. Kurze Pause.
Dann 15 Stück – puh.
Nach 10 Stück wieder Pause. Die Pumpe geht komplett durch die Decke.

Der Fuchs-Support feuert mich an, die Judges pushen mich – aber mehr als 5 Wiederholungen am Stück gehen einfach nicht mehr.
Um mich herum leeren sich die Stationen, Leute sind fertig, jubeln, liegen am Boden.
Und ich? Habe noch 15 Wall Balls vor mir.

Also nochmal alles zusammenkratzen, was irgendwo noch an Kraft rumliegt.
Augen zu. Werfen.
Nochmal.
Und nochmal.

Geschafft.

Noch kurz ins Ziel taumeln und innerlich wie äußerlich zusammenbrechen.

Fazit

Erster Einzelstart: geschafft.
Nicht ganz meine Wunschzeit – aber egal.
Zufrieden. Stolz.
Und vor allem: komplett im Arsch.

HYROX Frankfurt, du hast mir alles abverlangt.
Wir sehen uns wieder.
Aber nicht sofort. 😅💀


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